Bizerba, bizarr
Der heiteren Ausgestaltung des Vorabendprogrammes dienlich erwies sich heuer diese Steuerplatine aus einer Knochen-Bandsäge von Bizerba. Der Eigentümer hat glaubhaft versichert, dass der Umstand des Besitzes derselben ausschließlich der freizeitlichen Betätigung als Jäger geschuldet ist.
Der Eigentümer vermutet Kontaktprobleme in der Elektronik. Der einigermaßen vorsintflutlichen Konstruktion wegen lag es daher nahe, zunächst die beiden Kontaktsätze zu untersuchen, was auch sogleich zum Erfolg führte. Möglicherweise hat eine Undichtigkeit im Einbauraum der Platine dazu geführt, dass diese außerdem mit einer transparenten wie klebrigen Substanz überzogen war, was den Abbrand der (offenen) Kontakte begünstigt hat.
Die Schaltung ist derart gestaltet, dass eines der Schütze die Motorwicklung an die Netzspannung schaltet, und ein zweites die Wicklung mit einer elektronischen Bremse verbindet. Abgebrand war hier ersteres Schütz, seines Zeichens eine Bauart der (heute nicht mehr auffindbaren) Firma Eichhoff. Glücklicherweise bietet die Firma Tripus gleichwertigen und günstigen Ersatz an. Selbst die Bremsplatine gibt es dort.
Die finale Rechtfertigung einer Ingenieurdienstleistung in Form dieser Reparatur erbrachte schließlich die Etikettierung der beiden Schütze. Etwas verwunderlich nämlich war die Erkenntnis, dass die beiden Schütze verschiedene Anker besaßen - einer kupfern, einer silberfarbig. Nach Messen der beiden Spulen und etwas Grübeln über den Leiterbahnen auf der Platine fiel am späten Abend dann der Groschen: Die Etiketten waren wohl einst abgefallen, und jemand hatte das Etikett mit der 24V-Spulenspannung auf das Schütz mit der 230V-Spule geklebt...