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Väderstad Control Station

03.12.2021

Väderstad Control Station

Auch vor der Landwirtschaft macht die Digitalisierung glücklicherweise leider keinen Halt.

Mit einem recht dekorativen Weihnachtsbaum wie dem nebenstehenden kann mann beispielsweise Landmaschinen von Väderstad bequem vom Fahrersitz im Traktor steuern. Dieser Umstand ist beachtlich, umsomehr, wenn man vielleicht zu Kindertagen noch in Berührung mit den gänzlich unelektrifizierten Sämaschinen in Opas Scheune gekommen war.

Mit der ganzen Elektronik geht heute eine ganze Menge mehr, und unvermeidbar auch kaputt. Einmal mehr raffte es bei diesem Exemplar einer Bedieneinheit das Display dahin.

Laut Datenblatt ist das Display mindestens zehn Jahre alt, eher älter. Und obwohl gewiss stets bemüht, ist besagtes offensichtlich nicht mehr Herr über alle Spalten seiner Matrix.

Nun besteht das Display aus einer Platine mit Steuerelektronik und meistens dem Display-Glaskörper selbst. Dieser wiederum gliedert sich in zwei Glasscheiben, die eine mit unsichtbaren horizontalen Leiterstreifen und die andere mit vertikalen bedampft. Jeweils im Kreuzungspunkt der Streifen befinden sich schließlich die einzelnen Punkte der Matrix. Es werden üblicherweise dann die Leiter einer Richtung, nämlich hier die horizontalen Zeilen, mit einem schwach leitfähigen Gummi auf die Platine kontaktiert. Die Leiter der anderen Richtung mit einem Folienleiter.

Dass bei diesem Display viele Spalten ausgefallen sind, nährt den Verdacht, dass sich der Folienleiter Kontaktprobleme angeeignet hat. Es handelt sich bei diesem Folienleiter, und das ist nicht weniger spannend als schwach leitfähige Gummis, zunächst um eine isolierende Trägerfolie. Auf diese sind schwach leitfähige Streifen aufgedampft, und dieses zweckdienlicherweise im gleichen Raster, wie die Streifen auf dem Glas. Darauf einigermaßen gleichmäßig verteilt wurde ein Gemisch aus Heißkleber und einigermaßen scharfkantigen, winzigen Metallkrümelchen. Das Ganze wird dann gewissermaßen auf Kontaktflächen aufgebügelt und nennt sich dann treffenderweise Heat Seal Connection. Die Kontaktierung selbst erledigen dann in statistischer Art und Weise die im Kleber eingebetteten Metallkrümelchen.

In der Nachahmung ebendieses Verfahrens begründet sich schließlich die Reparatur, indem der Folienleite mittels heißer Luft zunächst von der Platine gelöst wird. Sodann wird der bestehende Kontaktbereich vorsichtig um einige Millimeter eingekürzt um schließlich ein frisches Stück der Heißkleber-beschichteten Folie erneut bei etwa 150°C aufzubügeln.

Ob das nun die endgültige Lösung bleibt, wird die Zeit zeigen müssen; Väderstad bietet jedenfalls vorbildlicherweise das Display als Ersatzteil an, inklusive Austauschanleitung.