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8. Oktober 2020

Schleifbock mit was dran

Wer schaben mag, muss auch Schaberklingen schärfen. Und wer schaben muss, mag Hartmetall-Klingen, denn mit HSS macht das keinen Spaß.

Beim Nachschleifen merkt der interessierte Beobachter aber zeitnah, dass die Hartmetall-Klinge mehr Material vom Schleifstein abzutragen vermag, als umgekehrt. Darum musste ebenso zeitnah etwas Neues her, und zwar ein zweiter Schleifbock und dazu passend diamantbesetzte Schleifkörper. Dazu passend fiel mir ein kleine Frequenzumrichter zu, denn Diamantscheiben vertragen nicht viel Drehzahl.

Schnell ein Halteblech für den Umrichter ausgeschnitten und geschweißt, drei Phasen dran und mit lautem Knall stand fest, dass der Umrichter aus den USA stammt. Letztlich ist also Überspannungsschutz vorhanden und funktional; die Vorsicherung in der Unterverteilung hat den Rest gebremst. Nachdem die gelee-artige Vergussmasse entfert war, ließ sich der Schaden mit ein paar Drähten wieder verlöten und anschließend mit RTV-Silikon eingießen.

Für die Planschleifscheibe habe ich eine minimal-schüsselige Unterlage gedreht, damit die Scheibe selbst minimal vorgespannt ist. Das hat sich als brauchbar erwiesen, damit die Scheibe nicht das Flattern anfängt. Dazu gibt es eine höhen- und winkelverstellbare Auflage, mit der sich unglaublich schöne 5-Grad-Spanwinkel schleifen lassen.

13. August 2020

Hydraulikangelegenheiten

Zwischendrin eine mittlere Rettungsaktion für einen Hydraulik-Zylinder einer Baumaschine. Der Zylinder kam wohl ohne Anschlüsse und darum wurden Doppelnippel eingeschweißt.

Mangels Vertrauen in die Dichtheit dieser Ausführung habe ich die Nippel zunächst wieder herausgetrennt und die Anschlussstutzen aufgeräumt. Dies in der vollsten Absicht, die mir zugetragenen neuen Doppelnippel möglichst dicht einzuschweißen. Das ganze dann noch mit dem Ausdreher auf der Standbohrmaschine mit einem Absatz versehen, damit der Doppelnippel auch schön sitzen bleibt.

Ausdrehen mit solch einem Ausdrehkopf (auch Wohlhaupter) auf der Standbohrmaschine ist jetzt nich so der Knaller, weder für Werkzeug noch für Werkstück und Bediener. Interessant ist aber allemal die Erfahrung, welche Schnittkräfte man beim Zerspanen in ein Werkstück einleitet. Bei dieser Aktion hatte der Bediener (ich) die Schnittkraft nämlich regelrecht in der Hand, nämlich am Bohrhebel der Maschine.

Mindestens ebenso lehrreich war die notwendige Spannkraft, um vorgenannte Schnittkraft aufzunehmen. Obwohl der Ausdreher nur einen mickrigen halben Millimeter ausgespannt war und in homöopathischen Dosen zugestellt wurde, waren zwei ernsthaft angezogene Schraubzwingen nötig.

Final wurde das Geschehen dann mit preisverdächtigen WIG-Schweißnähten gekrönt.