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Drei Groschen für die Umwelt
Es muss nicht immer die ganz große Nummer sein, um die Welt ein bisschen besser zu machen.
Diese beiden Heckenscheren von Bosch verkürzen bereits viele Jahre erfolgreich und anstandslos jedes noch so knallorangene Verlängerungskabel. Die ältere der beiden tat dies nicht nur baujahrbedingt sogar noch etwas länger, da nämlich die jüngere nun ankerbedingt ausgefallen ist. Es ist ja glücklicherweise nicht besonders viel drin in dem Gerät, und das was drin ist, ist größtenteils noch als Ersatzteil zu kriegen. Bilanz am Nachmittag: 30€ für den Anker gegen 130€ für eine neue Heckenschere und eine frisch frisierte Hecke.
Davon abseits eröffnet sich in Anbetracht beider vorliegender Geräte ein schöner Einblick in die Weiterentwicklung bei Heckenscheren: Der Motor ist zwar unverändert ein Universalmotor, aber die beiden Mikroschalter aus dem alten Gerät wurden neuerlich durch eine raffinierte Differenz-Mechanik ersetzt. Nämlich nur wenn beide Handgriffe zugleich betätigt werden, erhebt sich auch das weiße Zahnrad und gibt den Mikroschalter frei.
Konstruktiv haben die Ingenieure Poka Joke wie aus dem Lehrbuch angewendet (möglicherweise kann man Poka Yoke auch nur genau wie im Lehrbuch anwenden): Fast alle Einzelteile sind irgendwie so beschaffen, dass sie nur an einer Stelle und dort auch nur in einer (zumeist der richtigen) Richtung hineinpassen.
Der zweite Kandidat am frühen Abend gehört zu einem UV-Filter. Ein Varistor in der Schutzbeschaltung des Vorschaltgerätes ist über die Jahre ermüdet und geplatzt.
Fazit: Bauteil für 15 Cent ersetzt und der Wegwerfgesellschaft ein Bollwerk entgegengesetzt.
Das ist der Hammer
Ein durchaus erhellendes Beispiel klassischer Mechanik und Motorik erreichte mich in Form eines Auf- und Abbruchhammers von Wacker Neuson mit Zweitakt-Motor. Im Prinzip also ein Presslufthammer, nur aber mit mehr Gestank. Oder Duft, je nach Öl im Zweitaktgemisch und Vorlieben des Bedieners.
Nicht unbeachtlich ist, wie dieses Gerät die rotatorisch vom Motor angelieferte Leistung in die translatorische Schlagenergie für den Meißel umsetzt. Und zwar steckt letzterer mit einigermaßen viel Spiel geführt im unteren Ende des am Gerät hervorstehenden langen Zylinders, in welchem sich mit viel Vetrauen und noch mehr Schmierfett ein Schlagkolben auf- und abbewegt, um abschließend der Abwärtsbewegung mit der Spitze auf den Meißelschaft zu treffen. Dieser Kolben ist ein Freikolben, er liegt also und tatsächlich lose im Zylinder.
Der Schlagkolben seinerseits ist aber innerlich auch wieder ein Zylinder, in den ein weiterer Kolben gleitet. Dieser schließlich ist mit einer langen Pleuelstange mit einer rotierenden Kurbel verbunden. Bei seinen Hüben schleppt dieser Kolben also den Schlagkolben nach sich und wirft ihn wieder gegen den Meißelschaft. Und das alles ohne Kolbenringe, lediglich mit Schmierfett.
Ursächlich für das Nichtfunktionieren des Gerätes waren aber irdischere Begebenheiten, nicht zuletzt ein festsitzender Kolbenring im Motor und allgemeiner Verschleiß der Kurbelwellenlager und des Motorkolbens. Also im Prinzip nicht mehr, als bei jedem anderen Mofa auch.
Der Membran-Vergaser bot final noch etwas Raum für Kreativität in der Form, dass nämlich darin ein Rückschlagventil verbaut war, welches weder funktional noch als Ersatzteil erhältlich war.
In Ermangelung triebsamer Motivation, einen neuen Vergaser einzudüsen, konnte aus einem Stück Messingstab aber Abhilfe in Form eines selbstkonstruierten Ventils geschaffen werden. Das Ventil selbst ist als 1,5mm große Stahlkugel ausgebildet, die in einer Richtung eine Bohrung verschließt und in die andere den Durchfluss ermöglicht.
APEXi FC Commander
APEXi scheint ein japanischer Hersteller und/oder Lieferant für Fahrzeug-Tunigteile zu sein. So ganz klar und eindeutig ist das nicht, wenn man der japanischen Schrift, die ja eigentlich die chinesische ist, nicht mächtig ist. Jedenfalls aber verteilen sie extrem männliche Auspuffanlagen für JDM-Fahrzeuge à la Fast and the Furious, Motorbauteile und unter anderem auch frei programmierbare Motorsteuergeräte. Meistens kommen diese Steuergeräte dann wohl zusammen mit dem drumherumgebauten Fahrzeug als Import nach Europa.
Nun hat solch ein Steuergerät, oder zumindest das Bedienteil, den Weg zu mir gefunden weil Display hinüber. Es handelt sich dabei keinesfalls um Hexerei, sondern um ein konventionelles, wenn auch steinmurmelaltes OLED-Display, bei denen es, und insbesondere bei denen von betagtem Alter, wohl häufig zu Ausfällen kommt, wie man diversen Foren zu Kaffeemaschinen entnehmen kann.
Ein bisschen Herumgestocher mit dem Tastkopf eines Oszilloskopes verrät, dass wohl alle Schaltregler und Betriebsspannungen leben, und auch der Mikroprozessor mit dem Display zu sprechen versucht. Im Prinzip verläuft sich hier genau auch regelmäßig dann die Fehlersuche, weil die Spur mit Mikrofeinleitern im aufgeklebtem OLED-Controller-Chip verschwindet. Aber es schein ja häufiger vorzukommen.
Das Schöne daran ist ja, dass, wenn es häufiger vorkommt, sich sehr wahrscheinlich schoneinmal jemand darüber Gedanken gemacht hat. Nicht, dass ich mir nicht auch schoneinmal Gedanken darüber gemacht hätte - die Datenblätter des Displays und möglicher Alternativen sind ja verfügbar. Die verfügbaren Alternativen allerdings sind auch kompatibel, fast zumindest. Das Originaldisplay ist leider nicht mehr zu beschaffen. Eine Weile lang, als die ersten dieser Display-Typen ausfielen, war das noch so und man konnte es einfach austauschen. Mittlerweile hat der Hersteller des OLED-Controller-Chips diesen aber vom Markt genommen und durch einen Nachfolger ersetzt. Der eben nicht ganz kompatibel ist.
Deswegen, und wie gesagt, hat jemand schonmal einen Adapter entwickelt, den man nun kaufen kann, was im Zweifelsfall immer eine dankbare und reibungsarme Option ist, gegenüber der Eigenentwicklung, so sehr letztere auch reizt. Zwar ist dieser Adapter auch nicht sofort kompatibel, aber er vernichtet zuverlässig alle größeren Inkompatibilitäten, sodass nach ingenieurmäßiger Praxis zu später Stunde mit Oszilloskop auf dem Schoß im knatschengen Mazda RX7 und freundlicher Rücksprache mit dem Entwickler nur noch etwas Kleinkram zurückblieb.
Also einmal raus mit dem alten Ding unter Einhaltung aller gebotenen ESD-Maßnahmen und wieder rein mit dem angepassten Neuteil. Dann noch die abgewackelten Anschlusskabel wieder zurechtdrapieren. An der linken Kante des Gehäuses ist beim Löten leider ein kleines Missgeschick passiert, aber glücklicherweise nur von innen zu sehen. Auch studierte Ingenieure machen also Fehler.