Reparatur Blog Projekte
Blog

Blog

22.03.2022

Keine Kohle mehr für die Schlitzfräse

Vornehmlich da, wo es staubig ist, kommen Elektrowerkzeuge von Baier zum Einsatz. Darin einschließlich die Mauernutfräse, die erfolgreich kaputtrepariert morgens vor meiner Haustüre stand.

Viel dran und drin ist ja eigentlich nicht. Vielleicht undgefähr ein marginal höherwertiger Winkelschleifer, dessen bemerkenswertestes Merkmal dasjenige ist, dass er verkehrt herum läuft. Wobei er an und für sich auch nicht verkehrt herum läuft, was ja unterstellen würde, dass mit der Laufrichtung etwas nicht stimmte, was aber garnicht der Fall ist, denn die Laufrichtung deckt sich mit der Beschriftung des Gehäuses, die aber wiederum nun eben anders herum ist, als man das von einem Winkelschleifer gewohnt wäre.

Diese Maschine hat schließlich einen Universalmotor womit vorstehendes Geschwafel abschließend der Bezug zum Ingenieurwesen wieder hergestellt werden soll. Insbesondere hat die Maschinen zwei Kohlen, von denen eine eine Abschalt-Kohle ist. Der Trick dabei ist, dass diese Kohle nicht bis zur Selbstaufgabe abbrennt, sondern rechtzeitig den Stromfluss unterbricht und damit den Wartungsbedarf anmeldet.

Es war nun genau dieses geschehen, woraufhin der Besitzer die Kohlen in bester Absicht auswechselte. Was daraufhin geschah, lässt sich nur noch schwerk rekonstruieren, aber vermutlich trug es sich wie folgt zu:

Die Reparatur gestaltete sich davon ausgehend recht intuitiv: Alte Motorelektronik wieder rein, Kohlebürsten umstecken, fertig. Und alles bisschen sauber machen, Service, wissenschon.

12.12.2021

Bizerba, bizarr

Der heiteren Ausgestaltung des Vorabendprogrammes dienlich erwies sich heuer diese Steuerplatine aus einer Knochen-Bandsäge von Bizerba. Der Eigentümer hat glaubhaft versichert, dass der Umstand des Besitzes derselben ausschließlich der freizeitlichen Betätigung als Jäger geschuldet ist.

Der Eigentümer vermutet Kontaktprobleme in der Elektronik. Der einigermaßen vorsintflutlichen Konstruktion wegen lag es daher nahe, zunächst die beiden Kontaktsätze zu untersuchen, was auch sogleich zum Erfolg führte. Möglicherweise hat eine Undichtigkeit im Einbauraum der Platine dazu geführt, dass diese außerdem mit einer transparenten wie klebrigen Substanz überzogen war, was den Abbrand der (offenen) Kontakte begünstigt hat.

Die Schaltung ist derart gestaltet, dass eines der Schütze die Motorwicklung an die Netzspannung schaltet, und ein zweites die Wicklung mit einer elektronischen Bremse verbindet. Abgebrand war hier ersteres Schütz, seines Zeichens eine Bauart der (heute nicht mehr auffindbaren) Firma Eichhoff. Glücklicherweise bietet die Firma Tripus gleichwertigen und günstigen Ersatz an. Selbst die Bremsplatine gibt es dort.

Die finale Rechtfertigung einer Ingenieurdienstleistung in Form dieser Reparatur erbrachte schließlich die Etikettierung der beiden Schütze. Etwas verwunderlich nämlich war die Erkenntnis, dass die beiden Schütze verschiedene Anker besaßen - einer kupfern, einer silberfarbig. Nach Messen der beiden Spulen und etwas Grübeln über den Leiterbahnen auf der Platine fiel am späten Abend dann der Groschen: Die Etiketten waren wohl einst abgefallen, und jemand hatte das Etikett mit der 24V-Spulenspannung auf das Schütz mit der 230V-Spule geklebt...

03.12.2021

Väderstad Control Station

Auch vor der Landwirtschaft macht die Digitalisierung glücklicherweise leider keinen Halt.

Mit einem recht dekorativen Weihnachtsbaum wie dem nebenstehenden kann mann beispielsweise Landmaschinen von Väderstad bequem vom Fahrersitz im Traktor steuern. Dieser Umstand ist beachtlich, umsomehr, wenn man vielleicht zu Kindertagen noch in Berührung mit den gänzlich unelektrifizierten Sämaschinen in Opas Scheune gekommen war.

Mit der ganzen Elektronik geht heute eine ganze Menge mehr, und unvermeidbar auch kaputt. Einmal mehr raffte es bei diesem Exemplar einer Bedieneinheit das Display dahin.

Laut Datenblatt ist das Display mindestens zehn Jahre alt, eher älter. Und obwohl gewiss stets bemüht, ist besagtes offensichtlich nicht mehr Herr über alle Spalten seiner Matrix.

Nun besteht das Display aus einer Platine mit Steuerelektronik und meistens dem Display-Glaskörper selbst. Dieser wiederum gliedert sich in zwei Glasscheiben, die eine mit unsichtbaren horizontalen Leiterstreifen und die andere mit vertikalen bedampft. Jeweils im Kreuzungspunkt der Streifen befinden sich schließlich die einzelnen Punkte der Matrix. Es werden üblicherweise dann die Leiter einer Richtung, nämlich hier die horizontalen Zeilen, mit einem schwach leitfähigen Gummi auf die Platine kontaktiert. Die Leiter der anderen Richtung mit einem Folienleiter.

Dass bei diesem Display viele Spalten ausgefallen sind, nährt den Verdacht, dass sich der Folienleiter Kontaktprobleme angeeignet hat. Es handelt sich bei diesem Folienleiter, und das ist nicht weniger spannend als schwach leitfähige Gummis, zunächst um eine isolierende Trägerfolie. Auf diese sind schwach leitfähige Streifen aufgedampft, und dieses zweckdienlicherweise im gleichen Raster, wie die Streifen auf dem Glas. Darauf einigermaßen gleichmäßig verteilt wurde ein Gemisch aus Heißkleber und einigermaßen scharfkantigen, winzigen Metallkrümelchen. Das Ganze wird dann gewissermaßen auf Kontaktflächen aufgebügelt und nennt sich dann treffenderweise Heat Seal Connection. Die Kontaktierung selbst erledigen dann in statistischer Art und Weise die im Kleber eingebetteten Metallkrümelchen.

In der Nachahmung ebendieses Verfahrens begründet sich schließlich die Reparatur, indem der Folienleite mittels heißer Luft zunächst von der Platine gelöst wird. Sodann wird der bestehende Kontaktbereich vorsichtig um einige Millimeter eingekürzt um schließlich ein frisches Stück der Heißkleber-beschichteten Folie erneut bei etwa 150°C aufzubügeln.

Ob das nun die endgültige Lösung bleibt, wird die Zeit zeigen müssen; Väderstad bietet jedenfalls vorbildlicherweise das Display als Ersatzteil an, inklusive Austauschanleitung.