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30.06.2022

Eigentlich reparieren wir alles

Wieder so eines aus der Kategorie lohnt sich nicht: Bosch GBH18V-EC. Alt, nicht mehr im Programm. Restposten neu um 180€, gebraucht eher die Hälfte. Aber was willste machen.

Fehlerbeschreibung wie geht nicht, bohrhämmert mehr in der Hand die Bedieners als in der Wand. Gut, frischen Akku rein, Kabelbinder um den Abzug und dann dem Nachbarn nachts aufs Blechdach geworfen... ach träumen darf man noch. Und es ist sowieso viel zu heiß draußen und in der Werkstatt.

Wie gewohnt gibt es von Bosch vorzügliche Ersatzteilzeichnungen, daher ist die Zerlegung angenehm unaufgeregt. Zu entdecken gab es: Einen bürstenlosen Motor mit Planetengetriebe, eine Welle mit Schaltmuffen und Taumelring für Antrieb und hydralische Schlagwerk, ebendieses selbst, die Elektronik und noch etwas Kleinkram. Der Defekt ließ sich in garstiger Fettpackung sowie einer undichten Dichtung am Schlagkolben verorten - Pfenningskram.

Blöde nur wenn der Studierte noch meint, wo er ja schonmal alles auf dem Tisch hat, noch zwei rauschende Lager wechseln zu müssen. Selbige befinden sich auf der Welle mit den Schaltmuffen, die laut Katalog nur komplett zu haben ist. Genaugenommen ist sie garnicht mehr zu haben, denn sie wurde ersatzlos abgekündigt und wird nicht mehr produziert. Daheraus reifte der Gedanke, vielbesungene Welle doch zu zerlegen und die Normlager zu ersetzen. Nun gibt es zwei Wege, die Welle nebst gehöriger Presspassungen abzubauen - in Richtung des einen oder des anderen Wellenendes. Mit gekonnter Wahl der falschen Richtung zerbrach dann unausweichlich ein Flansch.

Für Interessierte: Der auf dem Photo zerbrochene Flansch hätte zuerst herunter gemusst, und zwar durch Angriff mit dem Trennmesser am Außenring des großen Kugellagers. Die Welle läuft unter Ersatzteil-Nummer 16170006EU und ist nicht mehr lieferbar - eine Welle aus einem vergleichbaren Gerät ist unter 1607000CC8 noch vereinzelt zu kriegen.

22.04.2022

Kaputtgetestet

Nebenstehendes Bild zeigt ein Testgerät für Bleibatterien nach mutmaßlich chinesischer Bauart. Die Aderfarben der beiden Kabel lassen zumindest ebendas vermuten, und ferner untermauert die ausgeklügelte Schaltung sowie die unerschöpfliche Vielzahl ähnlich aussehender Geräte in der Google-Bildersuche den Anfangsverdacht.

Das Messprinzip kommt ohne größere Verzierungen daher, nämlich schaltet ein Relais per Knopfdruck ein Stück Widerstandstraht (oder möglicherweise auch nur Draht) an die Batterie, während ein Weicheisenmesswerk mit Vorwiderstand den Rückschluss auf die belastete Batteriespannung ermöglichen soll. Das ganze wird abgerundet von einer kleinen Platine mit Gleichrichter und einem Abbrandschutz, falls doch jemand den Knopf länger gedrückt halten wollte.

Interessanter als die Reparatur ist einmal mehr die Forensik. Augenscheinlich hat es zwei Dioden von besagter Platine weggeblasen, außerdem ein Stück Leiterbahn. Verwunderlich insofern, als dass durch beide nur ein geringer Mess-Strom fließen sollte, der weiters durch ein intaktes Potentiometer fließt. Da muss also Strom vorher abgebogen sein. Der geneigte Beobachter stellt also fest, dass ansonsten nur noch die beiden Bolzen des Messwerks frei zugänglich wären, auf denen die Platine montiert war.

Beim Zusammensetzen probehalber kommt einer dieser Bolzen genau auf dem notdürftig mit Schrumpfschlauch isolierten Kabelschuh am Relais zum liegen, und Kratzer im Schrumpfschlauch erhärten einen Verdacht: Dahinein ist der gesuchte Strom abgebogen. Naja. Dioden hat man ja im Haus, das Relais muss etwas zur Seite gerückt werden und weiter gehts.

22.03.2022

Keine Kohle mehr für die Schlitzfräse

Vornehmlich da, wo es staubig ist, kommen Elektrowerkzeuge von Baier zum Einsatz. Darin einschließlich die Mauernutfräse, die erfolgreich kaputtrepariert morgens vor meiner Haustüre stand.

Viel dran und drin ist ja eigentlich nicht. Vielleicht undgefähr ein marginal höherwertiger Winkelschleifer, dessen bemerkenswertestes Merkmal dasjenige ist, dass er verkehrt herum läuft. Wobei er an und für sich auch nicht verkehrt herum läuft, was ja unterstellen würde, dass mit der Laufrichtung etwas nicht stimmte, was aber garnicht der Fall ist, denn die Laufrichtung deckt sich mit der Beschriftung des Gehäuses, die aber wiederum nun eben anders herum ist, als man das von einem Winkelschleifer gewohnt wäre.

Diese Maschine hat schließlich einen Universalmotor womit vorstehendes Geschwafel abschließend der Bezug zum Ingenieurwesen wieder hergestellt werden soll. Insbesondere hat die Maschinen zwei Kohlen, von denen eine eine Abschalt-Kohle ist. Der Trick dabei ist, dass diese Kohle nicht bis zur Selbstaufgabe abbrennt, sondern rechtzeitig den Stromfluss unterbricht und damit den Wartungsbedarf anmeldet.

Es war nun genau dieses geschehen, woraufhin der Besitzer die Kohlen in bester Absicht auswechselte. Was daraufhin geschah, lässt sich nur noch schwerk rekonstruieren, aber vermutlich trug es sich wie folgt zu:

Die Reparatur gestaltete sich davon ausgehend recht intuitiv: Alte Motorelektronik wieder rein, Kohlebürsten umstecken, fertig. Und alles bisschen sauber machen, Service, wissenschon.